Sachverständigengutachten „Gewässerwärmepumpen – Trends, Auswirkungen und naturschutzfachliche Relevanz“

Im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) hat HIC Consulting zusammen mit der Gesellschaft für Freilandökologie und Naturschutzplanung und BWS die Entwicklung, technischen Ausführungsformen, Rechtsrahmen und naturschutzfachlichen Auswirkungen von Gewässerwärmepumpen untersucht. Das Sachverständigengutachten analysiert den aktuellen Stand der Technologie, bewertet potenzielle Auswirkungen auf Gewässerökosysteme und identifiziert rechtliche sowie fachliche Unsicherheiten. Darüber hinaus werden erste Ansatzpunkte für eine ökologisch verträgliche Ausgestaltung und Genehmigungspraxis aufgezeigt.

Die Dekarbonisierung des Wärmesektors zählt zu den zentralen Herausforderungen der Energiewende. Großwärmepumpen werden dabei als wichtiger Baustein für eine klimaneutrale Wärmeversorgung angesehen. Insbesondere die Nutzung von Fließ-, Still- und Meeresgewässern als Wärmequelle gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Gleichzeitig bestehen bislang nur begrenzte Erkenntnisse zu den ökologischen Auswirkungen dieser Technologie. Vor diesem Hintergrund beauftragte das Bundesamt für Naturschutz HIC Consulting mit der Erstellung eines Sachverständigengutachtens zu Trends, Auswirkungen und naturschutzfachlichen Fragestellungen im Zusammenhang mit Gewässerwärmepumpen.

Im Rahmen des Gutachtens wurde zunächst der aktuelle Stand der Projektumsetzung von Gewässerwärmepumpen in Deutschland erhoben und anhand ausgewählter Praxisbeispiele dargestellt. Ergänzend wurden die für eine Nutzung relevanten Gewässertypen charakterisiert sowie die technischen Komponenten und Betriebsweisen von Gewässerwärmepumpen systematisch beschrieben.

Darauf aufbauend analysierte das Projektteam den bestehenden Rechtsrahmen im Wasser- und Naturschutzrecht und identifizierte bestehende Rechtsunsicherheiten im Genehmigungsprozess. Auf Grundlage einer umfassenden Literaturauswertung wurden die bau-, anlagen- und betriebsbedingten Auswirkungen auf Gewässer und aquatische Lebensgemeinschaften bewertet.

Die Untersuchung zeigt, dass Gewässerwärmepumpen insbesondere durch Flächenverbrauch, Fallenwirkungen sowie die mit der Wärmenutzung verbundene Abkühlung Auswirkungen auf Gewässerökosysteme haben können. Gleichzeitig bestehen erhebliche Wissenslücken hinsichtlich der ökologischen Wirkungen und der Übertragbarkeit bestehender Erkenntnisse aus anderen wasserwirtschaftlichen Nutzungen.

Abschließend wurde die erwartete Entwicklung des Marktes analysiert. Die Prognose zeigt einen deutlichen Anstieg sowohl der Anzahl als auch der Größe von Gewässerwärmepumpen-Projekten. Vor diesem Hintergrund empfiehlt das Gutachten insbesondere betriebsbegleitende Monitorings und eine kontinuierliche Optimierung der Anlagentechnik, um den Ausbau der Technologie naturschutzfachlich fundiert begleiten zu können.

Das Ergebnis ist ein fundierter Beitrag zur fachlichen und regulatorischen Diskussion über die zukünftige Nutzung von Gewässerwärmepumpen und deren ökologische Verträglichkeit im Kontext der Wärmewende.

Das Sachverständigengutachten steht auf der Website des BfN zum Download bereit.

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Sachverständigengutachten „Gewässerwärmepumpen – Trends, Auswirkungen und naturschutzfachliche Relevanz“

Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Dr. Henrik Pieper
Jannika Maaß-Schoon
Johanna Schickling

2025 – 2026