Einfach mal die Bürger fragen: Community-Szenarien für das Energiesystem 2045   

Wie Bürgerinnen und Bürger die Energiewende bis 2045 einschätzen und welche Entwicklung sie sich wünschen, stand im Mittelpunkt der im Sommer gestarteten Community-Szenarien für das Energiesystem 2045. HIC Consulting hat das Vorhaben fachlich begleitet. Nun liegen erste Ergebnisse vor.

Das Projekt gehört zur Beteiligungsplattform EnergieMiteinander, einer gemeinsamen Initiative von Amprion und Civocracy. Knapp 2.500 Menschen beteiligten sich an einer Befragung zur Zukunft des Energiesystems. Anhand von 24 Fragen aus zwölf Themenfeldern konnten sie sowohl ihre Erwartungen als auch ihre Wünsche für das Jahr 2045 formulieren. Auf dieser Basis entstanden zwei Szenarien, die nun von Amprion energiewirtschaftlich modelliert werden.

Zwischen Wunsch und Erwartung
Die Ergebnisse zeigen: Die Erwartungen der Community liegen in vielen Bereichen nah an den Annahmen des Netzentwicklungsplans. Das Wunschszenario fällt dagegen deutlich ambitionierter aus – insbesondere beim Ausbau erneuerbarer Energien und von Speicherkapazitäten.

„130 Gigawatt: So viel Wind- und PV-Leistung liegen zwischen dem, was die Community will und dem, was sie erwartet“, erklärt Jakob Schlandt, Head of Policy & Markets bei HIC Consulting. Auch bei der Elektromobilität und beim Einsatz von Wärmepumpen zeigen sich Unterschiede zwischen gewünschter und erwarteter Entwicklung. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Teilnehmenden die Energiewende vielfach schneller vorantreiben möchten, als sie ihre tatsächliche Umsetzung für wahrscheinlich halten.

Bürgerbeteiligung und Energiesystemplanung verbinden
„Die Community-Szenarien für das Energiesystem der Zukunft sind keine isolierten Umfragedaten. Vielmehr werden die Ergebnisse als Grundlage für eine echte Energiesystemmodellierung eingesetzt“, betont Jakob Schlandt. „Das Projekt zeigt damit, wie sich gesellschaftliche Beteiligung auch bei komplexen energiewirtschaftlichen Fragestellungen sinnvoll in die Energiesystemplanung integrieren lässt.“

Über die Methodik, die Ergebnisse und die Erkenntnisse aus dem abgeschlossenen Projekt hat Jakob Schlandt gleich in zwei Podcasts gesprochen:

Im Podcast Energie. Zukunft. der Stiftung Energie & Klimaschutz erläutert er, welche Unterschiede zwischen den Erwartungen und Wünschen der Community bestehen und was sich daraus für die Energiewende ableiten lässt.

In „Energie im Wandel“ spricht er mit Host Claus Hartmann ebenfalls über die Community-Szenarien. Darüber hinaus geht es um die Resilienz des deutschen Energiesystems und die Frage, wie Klimaneutralität und Versorgungssicherheit künftig gemeinsam gedacht werden können.

Hier geht es zu den Podcastfolgen: