Im Rahmen des Projekts begleiteten wir die Lokale Nahverkehrsgesellschaft traffiQ bei der konzeptionellen und methodischen Vorbereitung der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach den Anforderungen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Kernbestandteil der Beratung war die Durchführung einer doppelten Wesentlichkeitsanalyse (DWA) gemäß den European Sustainability Reporting Standards (ESRS), angepasst an die spezifischen Rahmenbedingungen eines kommunalen Aufgabenträgers im öffentlichen Personennahverkehr. Ziel war, eine transparente, prüfungssichere und fristgerechte Grundlage für die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu schaffen.
Hintergrund & Aufgabe
traffiQ ist verantwortlich für die Planung, Finanzierung und Steuerung des Bus- und Bahnbetriebs in Frankfurt und nimmt damit eine zentrale Rolle in der städtischen Daseinsvorsorge ein. traffiQ ist engagiert eine Nachhaltigkeitsberichterstattung im Sinne der CSRD zu etablieren, um eine Vorreiterrolle im Verkehrssektor einzunehmen und die Kommunikation zu relevanten ESG-Aktivitäten zu stärken.
Mit der CSRD wurde die Methodik einer doppelten Wesentlichkeitsanalyse eingeführt, die sowohl die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf Umwelt und Gesellschaft (Impact Materiality) als auch die finanziellen Risiken und Chancen aus Nachhaltigkeitsthemen für das Unternehmen (Financial Materiality) berücksichtigt. Für traffiQ ist diese Analyse besonders relevant, da das Unternehmen im Spannungsfeld zwischen kommunalpolitischen Vorgaben, Klimazielen, Fahrgastinteressen und wirtschaftlichen Anforderungen agiert.
Vorgehen & Inhalte
Die Beratung umfasste die Entwicklung eines mehrstufigen, CSRD- und ESRS-konformen Vorgehens zur Durchführung der doppelten Wesentlichkeitsanalyse. Dabei wurden sowohl der regulatorische Rahmen (CSRD, ESRS) als auch branchenspezifische Leitlinien berücksichtigt. Bestehende Vorarbeiten von traffiQ – darunter Ausarbeitungen zur Wertschöpfungskette, erste Workshop-Ergebnisse sowie Indikationen zur Umfeldanalyse – flossen systematisch in das Konzept ein.
Das methodische Vorgehen gliederte sich in folgende Arbeitspakete:
- Vorbereitung der Wesentlichkeitsanalyse
- Einführung in das Konzept der doppelten Wesentlichkeit
- Durchführung einer Umfeldanalyse
- Qualitative Identifikation von Impacts, Risks & Opportunities (IROs)
- Formale Wesentlichkeitsbewertung gemäß ESRS, einschließlich der Bewertung von
- Schweregrad von Auswirkungen (Ausmaß, Umfang, Irreversibilität),
- Eintrittswahrscheinlichkeiten positiver und negativer Effekte sowie
- finanzieller Relevanz von Risiken und Chancen (z. B. Kosten, Erträge, Investitionen, Kapitalzugang)
- Einbindung relevanter Stakeholder
- Vorbereitung der Datenerhebung im Rahmen einer Gap-Analyse
Aufgrund geänderter rechtlicher Vorgaben wurde die ursprünglich nach CSRD geplante Berichterstattung auf den VSME-Standard umgestellt. Das Vorgehen wurde entsprechend überführt, konsistent angepasst und in den relevanten Schritten sauber dokumentiert. Damit liegt abschließend ein nachvollziehbares, dokumentiertes und prüfungssicheres Vorgehensmodell für die doppelte Wesentlichkeitsanalyse vor, das traffiQ eine fristgerechte und strukturierte Umsetzung der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach VSME ermöglicht.
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Kompletter Projekttitel
Beratung zur Durchführung einer Nachhaltigkeitsberichterstattung nach CSRD
Auftraggeber
traffiQ Lokale Nahverkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH
Mitwirkende von HIC CONSULTING
Jakob Rohner
Max-Julian Gerlach
Robert Werner
Leistungszeitraum
2025 – 2026