Let’s talk about Energieresilienz: Jakob Schlandt zu Gast bei „Energie im Wandel“   

Wie krisenfest ist das deutsche Energiesystem? Mit dieser Frage beschäftigt sich die aktuelle Folge des Podcasts „Energie im Wandel“. Zu Gast ist Jakob Schlandt, Head of Policy & Markets bei HIC Consulting. Im Gespräch mit Podcast-Host Claus Hartmann geht es um strategische Energieresilienz, gesellschaftliche Vorstellungen vom Energiesystem der Zukunft und die Frage, wie aus Beteiligung konkrete und belastbare Energiepolitik entstehen kann.

Ausgangspunkt des Gesprächs sind die Community-Szenarien von „Energie miteinander“. Rund 2.500 Menschen haben darin ihre Vorstellungen für das Energiesystem im Jahr 2045 eingebracht – sowohl mit Blick auf eine wünschenswerte Zukunft als auch darauf, welche Entwicklung sie politisch tatsächlich für realistisch halten. Die Ergebnisse zeigen interessante Unterschiede zwischen Wunsch und Erwartung. Viele Teilnehmende wünschen sich beispielsweise einen stärkeren Ausbau von Speichern, Windenergie und Photovoltaik. Gleichzeitig zeigt sich insbesondere bei jüngeren Teilnehmenden eine ausgeprägte Skepsis, ob die Politik die notwendigen Veränderungen tatsächlich umsetzen wird.

Resilienz braucht mehr als den Schutz einzelner Anlagen
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist die Widerstandsfähigkeit des Energiesystems gegenüber Krisen. Was geschieht, wenn Stromnetze, Brennstofflieferungen oder kommunale Versorgungssysteme gleichzeitig unter Druck geraten? Auf welche Szenarien sollten sich Energieunternehmen vorbereiten – und wer definiert das notwendige Schutzniveau?

Jakob Schlandt sieht hier erheblichen Nachholbedarf. Deutschland habe bei der strategischen Energieresilienz bislang „ziemlich gepennt“. Der Schutz kritischer Infrastruktur dürfe sich nicht auf die Absicherung einzelner Anlagen beschränken. Vielmehr brauche es ein gemeinsames politisches Verständnis darüber, gegen welche Krisenszenarien das Energiesystem gewappnet sein soll, klare Zuständigkeiten und daraus abgeleitete Anforderungen an Unternehmen und Infrastruktur.

Im Podcast richtet sich der Blick deshalb auch auf andere Länder: Beispiele aus Finnland, Schweden, Polen und Israel zeigen unterschiedliche Ansätze für den Umgang mit Risiken und die Vorbereitung auf mögliche Versorgungskrisen.

Dabei müssen Verbesserungen der Resilienz nicht zwangsläufig mit hohen zusätzlichen Kosten verbunden sein. Entscheidend ist, entsprechende Anforderungen frühzeitig mitzudenken und in die Planung des zukünftigen Energiesystems zu integrieren. Klimaneutralität und Krisenfestigkeit sollten dabei gemeinsam betrachtet werden. Die aktuelle Folge von „Energie im Wandel“ mit Jakob Schlandt beleuchtet damit zwei zentrale Fragen der Energiewende: Wie können Bürger sinnvoll an der Gestaltung des zukünftigen Energiesystems beteiligt werden – und wie sorgen wir dafür, dass dieses System nicht nur klimaneutral, sondern auch widerstandsfähig gegenüber Krisen ist?

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