Bis 2025 hat HIC CONSULTING (vormals Hamburg Institut) gemeinsam mit weiteren Projektpartnern die Grundlagen für Herkunftsnachweissysteme (HKN) für erneuerbare Gase, erneuerbare Wärme und Kälte sowie unvermeidbare Abwärme erarbeitet. Im Fokus standen die rechtlichen, prozessualen und technischen Anforderungen an die Ausgestaltung entsprechender Register sowie an die Konversion von Herkunftsnachweisen. Das Projekt wurde erfolgreich abgeschlossen und liefert eine fundierte Basis für die zukünftige Umsetzung und Weiterentwicklung dieser Nachweissysteme.
Hintergrund & Aufgabe
Herkunftsnachweise (HKN) ermöglichen es, auch bei einer Energieversorgung über Netze die Eigenschaften der Energieerzeugung bilanziell nachzuverfolgen und einzelnen Verbrauchenden zuzuordnen. HKN dienen somit als Nachweis gegenüber Endkund:innen, dass ein bestimmter Anteil oder eine bestimmte Menge an Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugt wurde, und stellen sicher, dass diese Herkunft anhand von objektiven, transparenten und nicht diskriminierenden Kriterien garantiert werden kann.
Für Strom-HKN sind bereits europäisch harmonisierte Rahmenbedingungen für die verpflichtende Einrichtung von Herkunftsnachweisregistern in den Mitgliedsstaaten etabliert. Im Zuge der zweiten Erneuerbare Energien-Richtlinie (EU) 2018/2001 („RED II“) wurden Mitgliedsstaaten nun verpflichtet, HKN-Systeme auch für Gase wie Biomethan, synthetische Gase und Wasserstoff sowie Wärme und Kälte aus erneuerbaren Energien einzurichten. Für Wärme und Kälte wird die Einrichtung von HKN-Systemen erstmalig eine rechtssichere Grundlage für die Vermarktung grüner Fernwärmeprodukte bieten. Für Gase werden HKN als Nachweisverfahren neben die Massenbilanzierung treten.
Vor diesem Hintergrund beauftragte das Umweltbundesamt das Projektkonsortium mit der Erarbeitung von Grundlagen für die praktische Ausgestaltung von Herkunftsnachweissystemen sowie für die weitere rechtliche Umsetzung der Anforderungen aus Art. 19 RED II. Im Fokus standen die Entwicklung und Bewertung von Optionen für die rechtliche, prozessuale und technische Ausgestaltung der Register sowie für den Umgang mit Konversionsvorgängen. Grundlage hierfür war eine umfassende Analyse der Marktstrukturen und Rahmenbedingungen, in die diese Systeme eingebettet sind. Darüber hinaus wurden Ansätze entwickelt, um die HKN-Systeme resilient und anpassungsfähig gegenüber künftigen politischen, regulatorischen und systemischen Veränderungen auszugestalten.
Inhalt & Vorgehensweise
Die im Projekt erarbeiteten Grundlagen und Vorschläge bauen auf verschiedenen europäischen Standards und Forschungsprojekten auf. Die Bearbeitung erfolgte in vier Arbeitspaketen:
- Erstellung analytischer Marktübersichten für erneuerbare Gase sowie Wärme und Kälte aus erneuerbaren Energiequellen und unvermeidbarer Abwärme
- Untersuchung juristischer Aspekte des Aufbaus der HKN-Systeme für Gase sowie Wärme und Kälte
- Erarbeitung von Prozessen, die für den Betrieb der HKNR für Gase sowie Wärme und Kälte erforderlich sind
- Aufsetzen einer technischen Leistungsbeschreibung (Spezifikation) für das zukünftige Registersystem
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Kompletter Projekttitel
Herkunftsnachweise für Gas, Wasserstoff, Wärme/Kälte: Möglichkeiten rechtlicher, prozessualer und technischer Umsetzung der Register und der Konversion
Auftraggeber
Umweltbundesamt
Mitwirkende von HIC CONSULTING
Dr. Alexandra Styles
Robert Werner
Johanna Schickling
Leistungszeitraum
2023 – 2025